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Artikel
Q&A mit Chris Smart, Experte für die Unfallreparaturbranche
Umfang
2 Seiten
Format
PDF-Ressource
Veröffentlicht
Einblicke in die Unfallreparaturbranche:
Chris Smart, Geschäftsführer für den Bereich Unfallreparatur bei OEC, teilt seine Sicht auf die aktuelle Marktlage, die Herausforderungen, vor denen Werkstätten und Lieferanten stehen, und Strategien, um sich in der sich wandelnden Branche zurechtzufinden.
Welche aktuellen Trends wirken sich auf die Unfallreparaturbranche aus?
Im vergangenen Jahr haben wir weiterhin einen Rückgang reparaturfähiger Schadensfälle beobachtet, und es wurden weniger Fahrzeuge zur Reparatur gebracht. Zu diesem Trend tragen mehrere Faktoren bei, darunter mildere Unfallsaisons, eine Zunahme von Totalschäden und das steigende Fahrzeugalter. Insgesamt hat dies zu einem Rückgang in der Branche geführt. Gleichzeitig nimmt die Komplexität der Fahrzeuge weiter zu. Angesichts der wachsenden Verbreitung von ADAS sollten Betriebe in neue Werkzeuge und Technologien investieren, um ihre Kunden zu unterstützen und optimal zu bedienen.
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“Im vergangenen Jahr haben wir weiterhin einen Rückgang reparaturfähiger Schadensfälle beobachtet, und es wurden weniger Fahrzeuge zur Reparatur gebracht.”
Chris Smart
Wie haben sich diese Trends auf Karosseriewerkstätten ausgewirkt?
Weniger reparaturfähige Schadensfälle bedeuten für Betriebe weniger Möglichkeiten, Umsatz zu erzielen. Trotz der zunehmenden Fahrzeugkomplexität bauen die Betriebe ihren Auftragsrückstand ab. Sie tun, was sie können, um Aufträge zu gewinnen – sei es durch Zertifizierungen oder andere Strategien. Haben sie die Aufträge erst einmal, wollen sie alles daransetzen, sie durch Transparenz bei Reparatur, Zeitplan und Preisen zu halten. Zudem tragen der Zugang zu den richtigen Reparaturverfahren und die Möglichkeit, gleich beim ersten Mal die richtigen Ersatzteile zu bestellen, dazu bei, dass die Reparatur sicher und zuverlässig durchgeführt wird.
“Weniger reparaturfähige Schadensfälle bedeuten für Betriebe weniger Möglichkeiten, Umsatz zu erzielen.”
Chris Smart
Wie haben sich diese Trends auf Ersatzteillieferanten ausgewirkt?
Der Rückgang des Reparaturvolumens schränkt auch die Möglichkeiten der Lieferanten ein, mehr Ersatzteile zu verkaufen. Daher liegt ein großer Schwerpunkt darauf, Neugeschäft zu gewinnen und gleichzeitig bestehende Geschäfte und Beziehungen zu halten. Dabei haben wir gesehen, dass Lieferanten großes Interesse daran zeigen, neue Kanäle zu finden, um mit ihren Kunden (den Werkstätten) in Kontakt zu treten – etwa durch den Ausbau von Treue- und Rabattprogrammen. Diese Programme bieten Lieferanten die Möglichkeit, Werkstätten Anreize zu geben, mehr Ersatzteile zu bestellen. Zudem gibt es mehr Aktionsrabatte sowie neue Wege, mit potenziellen Käufern in Kontakt zu treten und sie gezielt anzusprechen. Wie immer suchen Karosseriewerkstätten nicht nur nach wettbewerbsfähigen Preisen, sondern auch nach hochwertigen Ersatzteilen, die sie schnell erhalten – und das setzt Lieferanten unter Druck, während des gesamten Reparaturprozesses transparenter zu sein.
Gibt es weitere Herausforderungen oder Hindernisse für Werkstätten oder Lieferanten?
Der Margendruck bleibt auf beiden Seiten des Geschäfts eine große Herausforderung. Da es weniger Gelegenheiten gibt, Ersatzteile zu verkaufen, versuchen alle Lieferanten, im gesamten Prozess Geschäft zu generieren. Das bedeutet, die Geschäftsbeziehung aktiv zu pflegen und optimalen Service zu bieten, um den Erfolg zu sichern.
Der Fachkräftemangel ist eine weitere große Herausforderung. Daraus ergibt sich branchenweit die Notwendigkeit, sicherzustellen, dass Karosseriewerkstätten zuverlässige Reparaturverfahren zur Verfügung stehen. Da Fahrzeugsysteme immer komplexer werden, trägt der Zugang zu präzisen Reparaturverfahren zur Qualität bei. Für Lieferanten bedeutet das Zugang zu Tools, die eine verbesserte Ersatzteilbeschaffung mit präziser Teileidentifikation unterstützen und so helfen, Retourenschleifen zu verringern und die Effizienz zu steigern.
“Der Wettbewerb auf dem Markt ist heute groß, und Karosseriewerkstätten suchen nach den richtigen Gründen, um mit einem Lieferanten zusammenzuarbeiten...”
Chris Smart
Welche Strategien empfehlen Sie, um diese Herausforderungen zu bewältigen?
Generell, und besonders im Bereich der Ersatzteilbeschaffung, gibt es weniger Gelegenheiten für Werkstätten und Lieferanten, zusammenzuarbeiten. Umso wichtiger ist jede Gelegenheit, diese Beziehungen weiter zu pflegen und auszubauen. Karosseriewerkstätten wollen sicherstellen, dass sie gleich beim ersten Mal die richtigen Ersatzteile bestellen – und wissen, wann diese geliefert werden. Wenn die meisten Teile am nächsten Tag geliefert werden, eines aber erst in einigen Wochen, verzögert sich die Reparatur. Transparenz bei der Teilelieferung bleibt wichtig, wenn Techniker Reparaturen planen. Deshalb ist es wichtig, mit einem ausgewogenen Mix an Lieferanten zusammenzuarbeiten, damit Sie die richtigen Teile schnell erhalten.
Können Sie Treueprogramme näher erläutern?
Treueprogramme sind in der Branche nicht neu, bleiben aber ein Weg für Lieferanten und Werkstätten, Beziehungen aufzubauen und miteinander Geschäfte zu machen. Diese Programme bieten häufig Rabatte, wenn bestimmte Einkaufsschwellen erreicht werden – sei es von einzelnen Werkstätten oder von Gruppen. Die Anreizstrukturen variieren, doch das Ziel ist dasselbe: beständiges Einkaufsverhalten zu belohnen. Der Wettbewerb auf dem Markt ist heute groß, und Karosseriewerkstätten suchen nach den richtigen Gründen, um mit einem Lieferanten zusammenzuarbeiten – dies ist eine der Möglichkeiten, die ihnen zur Verfügung stehen.
“Letztlich geht es darum, sichere und zuverlässige Reparaturen zu ermöglichen und den Fahrzeughalter so schnell & sicher wie möglich wieder auf die Straße zu bringen.”
Chris Smart
Haben Sie weitere Tipps für Werkstätten, Händler und Lieferanten, die sich auf dem Markt behaupten wollen?
Letzten Endes ist das ein Beziehungsgeschäft. Natürlich gibt es dabei auch eine kommerzielle Seite, doch im Kern geht es darum, im gesamten Netzwerk exzellenten Service zu bieten. Letztlich geht es darum, sichere und zuverlässige Reparaturen zu ermöglichen und den Fahrzeughalter so schnell & sicher wie möglich wieder auf die Straße zu bringen. Bei OEC sind wir uns dessen bewusst, und unser Team setzt sich dafür ein, die Tools bereitzustellen, die genau das möglich machen.
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Chris Smart
Geschäftsführer, Unfallreparatur, OEC
Chris Smart ist ein anerkannter Branchenexperte mit umfassender Erfahrung in den Bereichen Unfallreparaturtrends und Ersatzteilbeschaffung. Er ist darauf spezialisiert, Werkstätten und Lieferanten dabei zu unterstützen, Marktveränderungen durch strategische Planung, den Einsatz neuer Technologien und gezielte Kundenbindung zu meistern.
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